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Stress macht krank

Der unruhige Geist braucht klare Führung, Disziplin und liebevolle Zuwendung.

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Was bedeutet Stress ?

Zwei Termine zur gleichen Zeit, Stau auf der Straße, das Handy klingelt und schon spürt man, wie sich die Verspannung im Nacken zur Migräne entwickelt. Im Gehirn herrscht Hochbetrieb und die Alarmknöpfe werden gedrückt.
Stress-Reaktionen sind ursprünglich Schutzmechanismen, mit denen der Körper vor gefährlichen Reizen warnt; also stammesgeschichtlich uralte, biochemisch gesteuerte Lebensretter. Seine ursprünglichen Funktionen erfüllt der Stressmechanismus in Gefahrensituationen auch heute noch. Den Begriff Stress prägte ein österreichischer Biochemiker namens Hans Selye erst vor wenigen Jahrzehnten. Seine Beschreibung klingt wesentlich harmloser als das, was wir in einer solchen Situation tatsächlich erleben. Er nannte es eine unspezifische Reaktion des Körpers auf äußere Anforderungen. Mit später entwickelten Testverfahren war man in der Lage das oben beschriebene Chaos, welches negativ erlebt wird, von dem zu unterscheiden, welches auftritt wenn man sich z. B. unsterblich verliebt hat. In einem solchen Fall wird das Klingeln des Handys ersehnt auch wenn man eigentlich eine Arbeit schreiben soll. Ersteres Phänomen nannte Selye Dis-Stress, letzteres Eu-Stress.

Im limbischen System, dem sogenannten Gefühlszentrum im Zwischenhirn, entsteht eine Kaskade elektrischer Impulse als Reaktion auf einen Außenreiz. Diese Impulse signalisieren Gefahr und geben die Informationen in Sekundenbruchteilen an den Hypothalamus weiter. Dort wird ein Hormon ausgeschüttet, das eine weitere Kettenreaktion in Gang setzt. Es sorgt in der Hypophyse dafür, dass ein Hormon in den Blutkreislauf ausgeschüttet wird, welches die Nieren erreicht und die Nebenniere stimuliert, Cortisol ins Blut abzugeben. Cortisol hat eine Reihe von Funktionen:

es mobilisiert Energiereserven, in dem es den Blutzuckerspiegel erhöht, Eiweiß für die Muskulatur abbaut und Fettsäuren aus dem Fettgewebe freisetzt.  Entzündungen, aber auch die Immunabwehr werden dabei gehemmt, die Wahrnehmung für Umweltreize wird geschärft. Man hört, riecht, schmeckt besser und nimmt Berührungsreize intensiver wahr. Während dieser hormonellen Kettenreaktion kommt es, ebenfalls durch ein Hormon ausgelöst, zur Aktivierung des Sympathischen Nervensystems. Dessen Signale führen zu einem Anstieg des Herzschlags und zur Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. In kürzester Zeit befinden sich jetzt diese Hormone im Körper und lösen charakteristische Folgereaktionen aus: die Blutgefäße unter Haut verengen sich, die Durchblutung der Muskulatur wird verstärkt, Blutdruck und Herzfrequenz steigen, die Leber setzt Glukose frei, die Bronchien weiten sich, die Atmung verändert sich, das Gehirn wird verstärkt mit Sauerstoff versorgt, der gesamte Körper ist in höchster Alarmbereitschaft.

Die Ausschüttung von Sexualhormonen wird unterbunden, die Verdauungsvorgänge werden ausgeschaltet, alles im Körper bereitet sich auf einen möglichen Angriff oder auf eine Flucht vor. Obwohl der Mensch hellwach ist, kann es im Gehirn durch eine vorübergehende Unterbrechung der Weiterleitung von Nervenimpulsen zu einer kurzen Gedankenleere kommen, d. h. überlegtes Denkvermögen wird zugunsten vorprogrammierter Reflexhandlungen eingeschränkt.

Solche Abläufe treten mehrmals am Tag auf und sind in einem gewissen Maße gesund. Sie erhalten den Menschen lebendig, reaktions- und anpassungsfähig an neue Situationen.

Für all diese Prozesse spielt es zunächst keine Rolle, ob Ärger, Wut und Angst oder Liebe im Spiel sind. Allerdings ist der positive Stress meist nicht von so langer Dauer und wir erleben ihn völlig anders, fühlen uns angeregt, lebendig und glücklich. Der als negativ gewertete Stress entsteht vor allem durch belastende psychische Situationen, Arbeitsüberlastung, Schlafmangel, zu viele Eindrücke auf zu vielen Ebenen, Wohnraumenge, Lärm, falsche Ernährung, sich sorgen etc. auch Infekte oder Operationen, ein Umzug, können heftige Stressreaktionen auslösen.

 

Als ganz wesentlichen Faktor sehen wir die manipulativen Einflüsse der Großunternehmen, z.B. durch Werbung, um ständig neues Begehren nach bestimmten Produkten oder Dienstleistungen zu erzeugen, was zu ungerichteten und unbewussten Ängsten führt und damit permanenten Sress auslöst. Da sich Reizüberflutung und viele andere Stressfaktoren in den letzten Jahren vervielfacht haben, zählt der Dis-Stress zu einer der Hauptursachen für die Schwächung des Immunsystems. Dauernd wiederkehrende Infekte, das sogenannte chronische Müdigkeitssyndrom oder auch das Burnout-Syndrom sind die Folgen. Ein geschwächtes Immunsystem ist nicht nur eine Gefahr für den Körper, sondern wirkt sich auch auf unsere emotionale Befindlichkeit aus. Unlustgefühle, mangelnde Lebensfreude, sexuelle Störungen, depressive Verstimmungen und extreme Stimmungsschwankungen sind die Folge. Dazu kommt, dass wir uns in nervlich belastenden Situationen meist negativ programmieren. Wir sehen die Welt ganz und gar nicht mehr rosig. Unser Gehirn produziert jetzt ein Übermaß an Beta-Wellen. Die Aktivität der rechten Gehirnhälfte ist weitgehend reduziert. Das Körpergefühl ist kaum mehr vorhanden. Wir scheinen nur noch aus Kopf zu bestehen. Und damit sind wir weitgehend abgeschnitten von unserer körperlichen vitalen Kraft, genauso wie von Kreativität, Inspiration und Intuition. Gerade das wäre aber im Moment am nötigsten, um aus dem Kreislauf Stress-Angst-Panikreaktion herauszukommen. Männer reagieren auf Stress heftiger als Frauen – so sagen es zumindest die Statistiken. Bei Männern schießt z. B. der Blutdruck schneller in die Höhe als bei Frauen. Frauen haben allerdings häufig mehr Stress zu bewältigen, denn sie kümmern in der Regel um die vielen kleinen und großen Dinge des Alltags im größeren Maße als die Männer. Ein stressfreies Leben zu führen dürfte wohl für Männer und Frauen kaum noch möglich sein, aber man kann lernen, mit Stress sinnvoll umzugehen.
Besonders am Herzen sollten uns dabei unsere Kinder liegen, die teilweise bereits in den ersten Schuljahren unter Stresssymptomen leiden. Für sie gilt in ganz besonderem Maße, dass sie Auszeiten brauchen ohne Leistungs-, Sport- und Termindruck. Gerade sie brauchen Zeit um selbstvergessen ins Spiel vertieft zu sein, um in ihrer Phantasiewelt zu leben.
Tagträume erhalten das seelische Gleichgewicht !!!  Auch für Erwachsene !!!

 

Um die körperliche und seelische Gesundheit zu stabilisieren und den Umgang mit Stress zu erleichtern sollten sie täglich mindestens 30 Minuten auf “alpha-Wellen” sein, somit also aktiv in der rechten Gehirnhälfte, ihre Gehirnfrequenz auf 14 bis 10 Zyklen pro Sekunde absenken, um die Fähigkeiten ihrer rechten Gehirnhälfte vollständiger zu nutzen.

 

Der Yoga ist bestens dazu geeignet und bietet sechs große Wege an, um den sinnvollen Umgang mit Stress zu erlernen.
Wir Menschen haben natürlich unterschiedliche Konstitutionen, brauchen also verschiedene Herangehensweisen und Wege um Ziele zu erreichen. Deshalb bieten wir ihnen im Barfuß-Tempel Mühlhausen alle sechs großen Yoga-Wege unter einem Dach.
Diese sechs Wege führen auf unterschiedliche Art und Weise zum gleichen erfolgreichsten und einfachsten Umgang mit Stress: Achtsamkeit und Gelassenheit.

Wie würde Buddha mit Stress umgehen?

Es gibt Unangenehmes, es gibt anstrengende Phasen, es gibt Stress. Niemandem wird es gelingen, allen Hindernissen und Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Für Buddha besteht der Weg zur Überwindung von Stress im Blick nach innen.
Stress ist ein Indiz dafür, dass etwas nicht rund läuft, wir uns mit Dingen beschäftigen, die uns nicht gut tun und Dauerstress ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir etwas Wesentliches in unserem Leben ändern sollten, wenn wir uns selbst und damit auch unserer Umgebung nicht schaden wollen. Betäuben wir den Stress mit Medikamenten, Genussmitteln oder Drogen entfliehen wir der Wirklichkeit. Jedoch wächst die Anspannung weiter und weiter, denn Stress fordert dazu auf, uns mit uns selbst und unseren wahren, ganz natürlichen Bedürfnissen zu beschäftigen. Anhaltender Stress ist ein WECKRUF: So geht es nicht weiter !!!
Buddha hat im Laufe seines Lebens erkannt, dass die Umgebung sowohl Wohlgefühl als auch Unangenehmes verstärken kann, aber nicht der eigentliche Grund, die Ursache dafür war, ob es ihm gut oder schlecht ging. So kam er auf die Idee, seine Gedanken einzuteilen, in jene welche ihm gut taten und in solche, die dazu führten, dass es ihm schlecht ging. Und er verstand, dass er seinen Gedanken nicht hilflos ausgeliefert war, denn sie ließen sich von ihm steuern.
Traurige Erinnerungen lösten Schmerz aus, bei freundlichen und erbauenden Gedanken empfand er Freude und kreisten die Gedanken um Sachliches, Neutrales, so blieb er ruhig und gelassen. Buddha entdeckte also, dass wir mit unseren Gedanken über unser Wohlbefinden selbst entscheiden.
Da wir niemals zwei oder mehrere Gedanken gleichzeitig haben können, liegt es nur an uns selbst, düstere Phantasien durch positiv aufgeladene Bilder zu ersetzen. Durch achtsame Übung können wir im Laufe der Zeit zum Meister unserer Gedanken werden.
Sehr hilfreich sind dabei Meditationen, um zur Ruhe zu kommen. Damit ändern sich die Sichtweise, Verhalten und Gefühle. Wir erreichen eine neue innere Haltung und reagieren natürlich auch souveräner auf Stressoren. Die innere Haltung findet Ausdruck in der äußeren Haltung (Körpersprache, Ausdruck, Charisma …) und dann wird es sehr wahrscheinlich, dass wir Schwierigkeiten und Probleme als das sehen, was sie sind : zu lösende Aufgaben und Aufforderungen zu innerem Wachstum!!! Achtsam und bewusst!!!

Wie du das konkret üben kannst, erfährst du in meinem Kurs in Gelassenheit.

Schlafprobleme lösen

Zu allen Zeiten nannte man den Schlaf den “kleinen Bruder” des Todes. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Menschen unter Schlafstörungen leiden. Einschlafen bedeutet, die Kontrolle zu verlieren und uns der Eigenregulation  des Körpers anzuvertrauen. Denn obwohl wir für Stunden unsere Selbstwahrnehmung verlieren, laufen alle notwendigen Prozesse im Körper, quasi wie von selbst, weiter. Wohin verschwindet das, was wir als Bewusstsein bezeichnen? Wir wissen es nicht genau und diese Unsicherheit erzeugt Angst. Beruhigend wirkt die Erfahrung, dass wir ein Leben lang jeden Morgen wieder erwachen.
Die Schlafforschung zeigt, dass es viele Gründe für Schlafprobleme gibt:
Das verschobene Gleichgewicht zugunsten des Sympathikus.

Das vegetative Nervensystem regelt alle wichtigen Funktionen in unserem Körper und ist weitgehend unserer bewussten Kontrolle entzogen. Dabei gibt es zwei Gegenspieler, den Sympathikus und den Parasympathikus. Aktiviert werden sie unter anderem durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Die Ausschüttung von Adrenalin setzt den Sympathikus in Gang, der eine ganze Kaskade von Aktivitäten, wie Erhöhung der Herzfrequenz oder Verengung der Blutgefäße, einleitet. Der Parasympathikus tritt in Aktion, wenn das Essen verdaut werden soll oder wenn wir uns in den Schlaf begeben möchten. Unter seiner Regie kommt es zur Beruhigung im gesamten Körper, die Herzfrequenz sinkt, Schlafhormone werden produziert, wir werden müde.

 

Yoga und Meditation haben auch zum Ziel, auf die Tätigkeit des sogenannten autonomen Nervensystems regulierend einzuwirken. Durch Atemübungen (Pranajama) vertiefen und verlangsamen wir Atem, Herzschlag, Puls und sogar die Tätigkeit von Magen und Darm. Den meisten Menschen gelingt es im Alltag jedoch kaum, Anregung oder Beruhigung in diesem Teil des Nervensystems bewusst herbeizuführen. Wenn du unter Schlafstörungen leidest, kennst du den Kampf, der jede Nacht aufs Neue beginnt. Gedanken wie “ich muss jetzt schlafen” wechseln sich mit Gefühlen von Ohnmacht, Verzweiflung und Frustration ab, wenn du an die Anforderungen des nächsten Tages denkst. Wieder schaltet sich der Kopf ein und das Gedankenkarussell beginnt von vorn. Auf diese Weise wird der Sympathikus wieder aktiviert und bringt die Wachheit in den Kopf bei gleichzeitiger Müdigkeit im Körper.

Die Schlafforschung berichtet auch: Dis-Stress, Informationsfülle durch Radio, Fernsehen, Internet, falsche Ernährung, viel Alkohol und Kaffee, zu langes Arbeiten am Computer führen zu Konfusion im Kopf. Auch Hormonumstellungen, wie nach einer Geburt, während der Wechseljahre, prämenstrual oder bei fehlender bzw. disharmonischer Sexualität sorgen für schädlichen Dis-Stress und stören den gesunden Schlafrhythmus ebenso wie Krankheit oder chronische Schmerzen.

In unseren Kursen kannst du Atemtechniken und andere Praktiken erlernen, um das autonome Nervensystem zu harmonisieren und zu erkennen, wie einfach es ist, endlich wieder erholsam und gesund zu schlafen.

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